FeuerFest
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Gut zu Wissen.

Hier finden Sie grundsätzliche Hilfestellungen rund um das Thema Kaminofen, Grills und mehr. Wir übernehmen jedoch keine Gewähr für die Anleitungen, die möglicherweise herstellerabhängig sein können.

Die Voraussetzungen für einen Kaminofen:
Schon vor dem Kauf eines Kaminofens sollte man sich mit einem Schornsteinfeger in Verbindung setzen. Er berät über baurechtliche Vorschriften, die Tauglichkeit des vorhandenen Schornsteins, oder die Möglichkeiten für den Bau eines neuen. Nach einer fachgerechten Aufstellung des Ofens, führt der Schornsteinfeger die Abnahme der Feuerstelle durch.

Die Ofenauswahl:
Das Wichtigste ist, dass Ihnen der Kaminofen gefällt. Aber auch technische Details sind zu beachten: Abmessungen, bauliche Voraussetzungen und bereits vorhandene Anschlüsse. Auch die Wärmeleistung des Ofens in Abhängigkeit zur Größe des Aufstellraumes ist zu bestimmen. Vielleicht wünschen Sie einen besonderen Bedienkomfort? Viele Fragen sind zu beantworten. Deshalb empfehlen wir: lassen Sie sich gut beraten.

Die Ofenaufstellung:
Das Aufstellen eines Ofens sollte durch geschultes Fachpersonal durchgeführt werden. Der Aufstellort muss eben und waagerecht sein. Der Mindestabstand zur nächsten Wand beträgt meist 20 cm. Der Abstand zu brennbaren Bauteilen und Materialien im Sichtbereich (Strahlungsbereich) der Feuerraumöffnung sollte nicht kleiner als 80 cm sein. Fußböden aus brennbaren Materialien (Teppich, Laminat, Parkett, Kork, etc) müssen durch einen geeigneten Belag aus nicht brennbarem Material geschützt werden. Dieses sind Bodenplatten, die beispielsweise aus Sicherheitsglas oder Edelstahl bestehen. Die Mindestmaße - gemessen von der Feuerraumöffnung - sind nach vorne 50 cm und zu den Seiten 30 cm.

Die erste Inbetriebnahme:
Bei der Anlieferung und Montage durch einen Fachbetrieb gehören Erstbefeuerung (Einbrennen), Einweisung in die Bedienungsanleitung, sowie deren nachweisliche Übergabe zur Dienstleistung. Bei der Erstbefeuerung unbedingt den Anweisungen des Herstellers folgen!

Die Sicherheitshinweise:
Zum Anzünden sollten keine flüssigen Brennstoffe (Benzin, Spiritus, o. ä.) verwendet werden. Explosionsgefahr! Auch statt Papier und Pappe besser geeignete Kaminholzanzünder verwenden, da diese vollständig verbrennen. Vor der ersten Inbetriebnahme alle Fremdgegenstände (z. B. Verpackungsmaterial) aus dem Feuerraum entfernen. Während des Feuerns Kinder nicht unbeaufsichtigt lassen. Verbrennungsgefahr! Sichtscheibe und Rauchrohr, aber auch einige Flächen und Bedienelemente des Ofens können sehr heiß werden (Hitzeschutz-Handschuhe verwenden). Kaminöfen der Bauart 1 nur mit geschlossener Feuerraumtür betreiben.

Die Ofenfunktion:
Der moderne Kaminofen erzeugt im Heizbetrieb Warmluft durch Konvektion und Strahlungswärme über Sichtscheibe, Rauchrohr und Außenflächen. Der Feuerraum hat einen Flachboden mit Gussrost und darunter einen Aschekasten oder eine Ascheschublade. Durch Feuerraumgeometrie, gezielte Verbrennungsluftführung und Nachverbrennungstechnik wird ein wirkungsgradstarker und damit schadstoffarmer Betrieb sichergestellt. Die Verbrennungsluftführung lenkt Primär- und Sekundärluft im Feuerraum zur jeweils richtigen Stelle zum Brennstoff. Bei einigen Modellen erfolgt die Regelung der Verbrennungsluft nicht mehr manuell, sondern automatisch.

Die Brennstoffe:
Umwelt: Das Bundes-Emmissionsgestz schreibt für Kaminöfen raucharme Brennstoffe vor: Dazu gehören trockenes, naturbelassenes Stückholz, Holzbriketts und Braunkohlebriketts. Das Verbrennen von Verpackungsmaterialien (Pappe, Papier, Kunststofffolien, etc.) und Hausmüll (lackiertes oder kunststoffbeschichtetes Holz, etc.) ist unzulässig. Falsche Brennstoffe können zur Beschädigung des Ofens führen.
Bei der Holzverbrennung wird Kohlendioxid (CO2) freigesetzt. Bäume und alle Pflanzen benötigen Kohlendioxid für ihr Wachstum und filtern dieses aus der Luft. Zusammen mit gelösten Mineralien aus der Erde und Energie aus dem Sonnenlicht bildet der Baum neues Holz als Brennstoff sowie Sauerstoff für unsere Atemluft - der CO2-Kreislauf. Übrigens: Bei der natürlichen Verrottung von Holz entsteht die gleiche Menge CO2, die bei der Verbrennung freigesetzt wird.
Holzarten: Harziges Holz (z. B. Fichte, Tanne, Kiefer) sollten wegen der hohen Funkenfluggefahr nur als Kleinholz zum Anmachen des Ofens verwendet werden. Für den Heizbetrieb in modernen Kaminöfen empfehlen wir die Verwendung von Laubholz. Es brennt mit ruhiger Flamme ab und bildet eine lang anhaltende Glut.

Lagerung: Holz wird am besten in den Wintermonaten geschlagen und sofort, vor dem Lagern, gespalten. Das Austrocknen des Holzes wird so wesentlich beschleunigt. Vor dem Verbrennen muss Holz zwei bis drei Jahre luftig, vor Regen geschützt und frei von Verschmutzungen gelagert werden. Nach dieser Lagerzeit hat es nur noch 15 bis 20% Restfeuchte. Es heizt hervorragend und verbrennt schadstoffarm. Das Scheitholz muss an einer belüfteten, möglichst sonnigen Stelle regengeschützt aufgeschichtet werden. Zwischen den einzelnen Holzstößen etwas Abstand lassen, damit die durchströmende Luft die aus dem Holz entweichende Feuchtigkeit mitnehmen kann. Frisches Holz sollte nicht im Keller gestapelt werden, denn dort trocknet es nicht, sondern beginnt zu stocken. Nur trockenes Holz kann in einem gut belüfteten Keller aufbewahrt werden.

Heizwert: Die Heizwerte der einzelnen Holzarten sind abweichend. Den größten Einfluss auf den jeweiligen Heizwert hat aber die im Holz enthaltene Restfeuchte. Je feuchter das Holz, umso niedriger sein Heizwert. Feuchtes Holz zu verbrennen ist aber nicht nur unwirtschaftlich, sondern auch schädlich. Die Temperatur im Brennraum wird niedriger. Verstärkte Ruß- und Teerbildung, Gefahr der Kaminversottung, starke Zunahme schädlicher Emissionen (z. B. CO) und Geruchsbelästigung sind die Folgen.

Die Ofenpflege:
Der Schornstein wird regelmäßig vom Schornsteinfeger gereinigt. Doch auch der Feuerraum, die Rauchgasumlenkung und die Verbindungsrohre (Rauchrohre) zum Schornstein sollten nach der Heizperiode gereinigt werden. Gleichzeitig ist die Feuerraumauskleidung (z. B. Schamotte) auf Risse und Brüche, sowie die Türdichtung auf Schäden zu untersuchen. Die verschiedenen Ofenoberflächen nach Bedienungsanleitung reinigen. Lackschäden können mit Schmirgelpapier und Reparaturlack beseitigt werden. Verrußte Scheiben mit geeigneten Reinigern (Kaminglasreiniger aus dem Fachhandel) nach Bedarf säubern. Tipp: Ein Knäuel feuchtes Zeitungspapier in kalte Holzasche tauchen und damit über die Scheibe wischen. Mit einem sauberen, trockenen Tuch nachwischen - fertig!

Das Lexikon:

Hier finden Sie weitere Schlüsselwörter aus der Fachterminologie, und was sie bedeuten:

Abgasmassenstrom: Die in der Zeiteinheit (s) abzuführende Masse (g) der Abgase.

Bauart 1: Nach Bauart 1 geprüfte Kaminöfen haben selbstschließende Türen. Diese sind stets geschlossen zu halten, auch wenn der Ofen nicht befeuert wird. Dadurch wird die Mehrfachbelegung an einem Schornstein ermöglicht.

CO-Emissionen: Das giftige CO (Kohlenmonoxid) entsteht bei fehlerhafter Verbrennung. Gründe dafür können Geräte- und Bedienfehler sein, aber auch feuchtes oder nicht geeignetes Brennmaterial.

CO2-Emissionen: CO2 (Kohlendioxid) ist ein Treibhausgas, welches bei Anreicherung in der Atmosphäre zur globalen Erwärmung beiträgt.

CO2-Kreislauf: Nachwachsende Bäume entziehen der Atmosphäre genauso viel CO2 wie bei der Verrottung oder der Verbrennung freigesetzt wird.

Drosselklappe: Die bei zu starkem Schornsteinzug im Rauchrohr oder direkt in den Abgasstutzen des Ofens integrierte Drosselklappe kann stufenlos eingestellt werden und dient der Grundabstimmung des Ofens. Je größer der Schornsteinzug, desto weiter kann die Drosselklappe geschlossen werden.

Einbrennen: Bei der ersten Inbetriebnahme des Kaminofens werden die hochtemperaturbeständigen Lacke bis zu ihrer endgültigen Festigkeit eingebrannt. Aufgrund der entstehenden Rauch- und Geruchsbelästigung während des Einbrennens gut lüften.

Externe Verbrennungsluftzufuhr: Die für die Verbrennung notwendige Luft wird nicht dem Aufstellraum entnommen. Sie kann aus einem geeigneten Nebenraum (z. B. Kellerraum) oder von draußen über eine Rohrleitung zum Feuerraum geführt werden.

Förderdruck: s. Schornsteinzug

Heizwert: Die Energiemenge, die beim vollständigen Verbrennen eines Brennstoffs freigesetzt wird, bezeichnet man als Heizwert, gemessen in kWh.

Konvektion: Bei doppelwandigen Kaminöfen wird, ähnlich wie beim Schornsteinzug, durch die entstehende Thermik nach dem Anheizen, kalte Raumluft über Öffnungen am Ofenboden angesaugt, zwischen Kaminofen-Außenwand und Feuerraum vorbeigeführt und über Austrittsöffnungen im oberen Bereich des Ofens als Warmluft wieder an den Raum abgegeben.

Lockfeuer: Bei kaltem Schornstein mit geeigneten Anzündern und Anmachholz (Kleinholz) ein Feuer entfachen, um den benötigten Schornsteinzug herzustellen.

Mindestförderdruck: Der notwendige Förderdruck (Schornsteinzug) berechnet sich aus den Verbrennungsparametern des anzuschließenden Ofens und wird vom Hersteller vorgegeben.

Pellet: Sägespäne aus naturbelassenem Holz werden zu Pellets verpresst. Diese Holzpellets haben in der Regel einen Durchmesser von etwa 5 mm und eine Länge von 10-20 mm. Wichtig beim Kauf von Holzpellets ist, dass die Produkte der DIN 51 731 entsprechen.

Primärluft: Verbrennungsluft, welche durch den Ascherost zugeführt wird (notwendig zum Anheizen).

Prüfnorm: Die amtliche Prüfnorm DIN 18 891 ist zwingend erforderlich für die Zulassung eines Kaminofens in Deutschland. Hier wird der CO-Gehalt der Abgase überprüft. Einige Hersteller verpflichten sich freiwillig zu weitergehenden Qualitätsnormen, wie z. B. DINplus, Regensburger-, Stuttgarter- oder Münchner-Verordnung, um eine noch effektivere und damit schadstoffärmere Verbrennung zu gewährleisten.

Rauchrohr: Verbindung zwischen Kaminofen und Schornstein

Raumluftunabhängige Verbrennung: Der raumluftunabhängige Kaminofen hat eine abgedichtete externe Verbrennungsluftzufuhr, sowie eine abgedichtete Rauchgasführung zum Schornstein. Dadurch wird dem Aufstellraum keine Luft für die Verbrennung entnommen. Diese Technik wurde speziell für den Einsatz in Passiv- und Niedrigenergiehäusern mit kontrollierter Wohnraumlüftung entwickelt.

Reparaturlack: Zur Beseitigung kleiner Kratzer und Transportschäden. Meist als Spraydose in der passenden Farbe bei Ihrem Kaminofen-Fachhändler erhältlich.

Restfeuchte: Prozentualer Anteil von Wasser im Brennstoff.

Schamotte: Schamotte findet bei der Innenauskleidung des Kaminofen-Feuerraumes Verwendung und dient der thermischen Isolierung. Schamotte besteht überwiegend aus Kieselsäure und Tonmineralien. Das feuerfeste Material muss Temperaturen bis zu 1200°C standhalten.

Scheibenspülung: Sekundärluft wird von oben an der Sichtscheibe entlang zu den Flammen geführt. Diese verhindert ein vorzeitiges Verschmutzen (Verrußen) des Sichtfensters.

Scheitholz: Ofenfertiges, gespaltenes und geschnittenes Holz.

Schornsteinzug: Durch die Differenz zwischen Außentemperatur (Schornsteinaustritt) und Raumtemperatur (Schornsteineintritt) entsteht Unterdruck, der so genannte Schornsteinzug (Förderdruck). Durch die Druckdifferenz bzw. Thermik strömen die Rauchgase durch den Schornstein nach außen.

Sekundärluft: Verbrennungsluft, welche der Flamme an der Oberkante der Feuerraumöffnung als Scheibenspülung zugeführt wird.

Speckstein: Ein zwei Milliarden Jahre alter Naturstein, größtenteils bestehend aus Talk und Magnesit. Speckstein ist extrem wärmespeichernd und wärmeleitfähig. Je nach eingebauter Masse gibt ein Kaminofen nach der Befeuerung noch über mehrere Stunden Strahlungswärme an den Aufstellraum ab.

Strahlungswärme: Die als angenehm empfundene Strahlungswärme wird größtenteils über die Scheibe der Feuerraumtür, aber auch über das Ofengehäuse und das Rauchrohr abgegeben.

Verbrennungsluft-Automatik: Die nach dem Anheizen des Ofens nicht mehr benötigte Primärluftzufuhr durch den Ascherost wird automatisch geschlossen und im Bedarfsfall (z. B. beim Nachlegen von Brennstoff) wieder geöffnet.

Verbrennungsluftzufuhr: Durch Öffnungen im Ofenboden wird Luft aus dem Aufstellraum zum Feuerraum geleitet.

Wasserbehälter: Zur Luftbefeuchtung sind einige Kaminofenmodelle mit einem Wasserbehälter ausgestattet.

Wirkungsgrad: Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis zwischen freigesetzter Energie und nutzbarer Wärme. Bei der Verbrennung können 10 kg Holz 30 kWh Energie erzeugen. Hat der Kaminofen einen Wirkungsgrad von 80%, so werden 24 kWh nutzbare Wärme erzeugt. 20% nicht nutzbare Energie setzen sich zusammen aus unvollständiger Verbrennung und Abgasverlusten.